Der Waldjäger - Lehrgang

Fortbildung für Jäger/innen

 

Wildökologie Heute richtet die Lehrgänge gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), einigen Kommunen sowie mehreren privaten Forstbetrieben aus. Der Lehrgang wird jährlich - im Zeitraum April bis Oktober - in verschiedenen Regionen NRW’s angeboten.

 

Hintergrund

Das aktuelle „Waldsterben“ und die damit verbundene Wiederbewaldung sind eine riesige Herausforderung für Waldbesitzer und Jäger. Um neue, möglichst artenreiche Wälder auf den Kalamitätsflächen zu gründen, werden viele verschiedene Baumarten gepflanzt und die Naturverjüngung soll sich voll entfalten können. Leider wird diese natürliche Verjüngung der Wälder aktuell aber vom widerkäuenden Schalenwild verhindert. Wenn die Wälder sich wirklich artenreich wiederbegründen sollen, muss in den Revieren so schnell wie möglich zielgerichtet gejagt werden. Aber wie? Es hat sich gezeigt, dass es nicht ausreicht, mit denselben Methoden lediglich „das eine oder andere Reh mehr“ - und mit Schwerpunkt auf den Schadflächen - zu schießen. Eine zielgerichtete, effektive Jagd, die tatsächlich unterstützend auf die Waldverjüngung wirkt, ist mit der herkömmlichen Jagd nicht zu vergleichen. Viele Jäger/innen wissen nicht, wie ein Rehwildbestand an den Lebensraum angepasst wird. Denn in der Jungjägerausbildung wird dieses Thema nicht behandelt.

 

Zielsetzung

Es sollen Jäger/innen ausgebildet werden, die in der Lage sind, Reviere/ Pirschbezirke eigenverantwortlich als Jagdleiter (Pächter, entgeltlicher Begehungsscheininhaber) zu führen im Sinne einer konsequenten Waldjagd.

 

Fortbildungsinhalte

Die Fortbildungsinhalte orientieren sich an den Ergebnissen des „Rehwildprojekts“ aus der Jagdabgabe (2017-22). In dem Projekt konnten Erkenntnisse aus zwölf Revieren gebündelt werden, in denen veränderte Jagdstrategien zu einer deutlichen Verbesserung der Wildschadensituation geführt haben. Zudem konnte in einem Forschungsrevier (RVR Ruhr Grün Hagen) gezeigt werden, dass der Rehwildverbiss mit entsprechender Bejagungsstrategie innerhalb von vier Jahren von 42% auf 13% gesenkt werden kann. Die Bejagungsstrategien und -methoden unterscheiden sich zum Teil deutlich von denen der Hege- oder Bewirtschaftungsjagd.

 

Neben der theoretischen Ausbildung im Seminarraum wird Wert auf die handwerkliche Praxis gelegt, auch beim gemeinsamen (kostenlosen) Jagen auf abendlichen Gemeinschaftsansitzen.

 

Theorie

Rehwild: Ökologie, Populationsdynamik, Wildschäden, Effektive Bejagungsstrategien und -methoden; Schwarzwild; Waldökologie: Artenkenntnis, Waldbau, Naturschutz; Revierleitung; Einsatz von Wärmebild- und Nachtzieltechnik (Schwarzwild)

 

Praxis

Waldexkursionen, Verbissaufnahmen, Schießtraining (Marksmann-Technik), Einsatz von Klettersitzen, Gemeinschaftsansitze

 

Die Teilnahmebescheinigung des Waldjäger- Lehrgangs soll den Jäger/innen helfen, den Zuschlag für Waldreviere/ Pirschbezirke zu erhalten. Umgekehrt soll es Verpächtern von Waldrevieren bei der Besetzung der Reviere vereinfachen, qualifizierte Jäger/innen zu finden.

 

Dauer

5 Tage. In der Regel am Stück (z.B. von Mittwoch bis Sonntags), z. T. auch an zwei Wochenenden.

 

Kosten

Die Lehrgangsgebühr beträgt 500€.

 

Übernachtungskosten und Verpflegung müssen selbst getragen werden. In manchen Bildungsstätten/ Revieren gibt es günstige Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

 

11. - 15. Oktober 2021 - Erster Waldjäger-Lehrgang in Arnsberg

 

 

 

 

 

 

Absolventen des ersten Waldjäger- Lehrgangs am Forstlichen Bildungszentrum des Landesbetriebs Wald und Holz in Arnsberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Praxis im Lehrrevier: Kennenlernen des Klettersitzes


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