15.11.2019

Der ÖJV-NRW veröffentlicht einen Kommentar zur sogenannten "Waldkonferenz" des MUNLV, die am 11.11. in Düsseldorf stattfand. Nach Meinung des ÖJV (und auch zahlreicher anderer frustrierter Anwesenden) blieb die Veranstaltung weit hinter den Erwartungen zurück. Das Thema Jagd wurde erst gar nicht behandelt. Lesen Sie hier: ÖJV-Kommentar zur Waldkonferenz.

6.11.2019

      Der Wald braucht Jäger – keine Milliarden mit der Gießkanne!

Frank Christian Heute & Prof. Dr. Hartmut Weigelt

Es geht mal wieder um unseren deutschen „Wald“ – im weiteren Sinne des Volksmunds. Denn das aktuelle Problem ist ja überwiegend ein forstwirtschaftliches Fichtenproblem, aber keins für anpassungsfähige, resiliente Waldökosysteme. Waldbesitzer fordern als Ausgleich nun lautstark Milliarden an Steuergeldern, die sie von der Politik auch bekommen. Nach dem Motto: Problem erkannt, jetzt helfen wir dem Wald - aber richtig! Doch statt schon wieder Abermillionen Steuergelder zu vernichten, indem man kahle Hänge aus Fichtennadeln neu bepflanzt, sollte endlich (und abschließend) die Chance ergriffen werden, um mit Hilfe kooperierender Jäger stabile Wälder zu gründen!

 

Das aktuell überall als „Waldsterben“ bezeichnete Phänomen massenhaft absterbender Bäume ist eigentlich häufig ein „Forststerben“. Denn es betrifft in erster Linie die nicht heimische, flach wurzelnde Fichte, die nach dem Krieg in Reih und Glied angelegt wurde und von der nicht erst seit gestern bekannt ist, dass sie trockene Perioden nicht mag. Zwar kränkeln auch heimische Baumarten wie die Buche, doch nicht vergleichbar massenhaft wie die Fichte. Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass in extremen Phasen Auslese betrieben wird. Die stärksten Buchen werden sich halten und wieder vermehren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige unserer 35 Laubbaumarten bei uns auf Dauer verschwinden, dafür werden sich andere Arten im Ökosystem Wald einnischen, wie es Esskastanie und Robinie schon heute machen. Der Wald ist grundsätzlich resilient und hat kein Problem sich laufend zu erneuern. Sofern zwei Faktoren es zulassen: der Boden darf nicht zu stark belastet worden sein (Versauerung, Verdichtung) und es darf nicht zu viel Wild im Wald leben und fressen.

In der aktuellen Diskussion wird mal wieder kaum berücksichtigt, dass Ökologen und weitsichtige Förster bereits seit über zwanzig Jahren vor den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald warnen und dass wir bereits wissen, wie Wälder sich nach gravierenden Störungen problemlos regenerieren können. Im naturnahen Waldbau werden seit drei Jahrzehnten Nadelholz-Monokulturen in Dauer-Mischwälder überführt – aber eben nicht auf überwiegender Fläche und leider kaum im Kleinprivatwald.

 

 

 

 

 

Das Ausmaß der ökologischen und ökonomischen Schäden durch Verbiss und Schäle in unseren Wäldern ist unfassbar groß und wird von den meisten nicht ansatzweise realisiert. Ebenso wenig, dass nur eine vernünftige, konsequente Bejagung unserer Wälder zum Ziel führen kann.

Aus Fehlern lernen!

Nachdem im Januar 2007 durch den Orkan „Kyrill“ allein in NRW Flächen von insgesamt etwa 50.000 Hektar kahl gefegt worden waren, förderte das Land NRW die Wiederaufforstung der Windwurfflächen mit 19,6 Millionen € für über 27 Millionen Bäumchen. Unter anderen wurden auch 4,5 Millionen Eichen gepflanzt, die jedoch allesamt das gleiche Schicksal ereilte: diejenigen, die Trockenstress und Mäusefraß überlebten, wurden von Rehen und Hirschen gefressen. Die Kyrillflächen entwickelten sich, bei gleichzeitig hohen Nährstoffeinträgen, dementsprechend nicht zu Verjüngungsflächen baumartenreicher Wälder, sondern zu artenarmen Störflächen aus stickstoffliebenden Sträuchern (Holunder, Brombeere), Hochstauden (Brennnessel) und Gräsern (Reitgras). Fast 20 Millionen € wurden also für Pflänzchen investiert, die von den hohen Reh-und Hirschbeständen fast vollständig eliminiert wurden. Beispiele hierfür sind landesweit von Eifel bis Ostwestfalen bekannt und sichtbar (vgl. Heute 2017).

 

Nun also sollen Waldbaukonzepte, Erklärungen, Waldgipfel und jede Menge (Steuer-)Geld den Wald retten. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant, für Aufarbeitung der Schäden und Wiederaufforstung bis zu 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die Vorstellung der Ministerin, den Wald zunächst „aufräumen“ zu lassen, um ihn dann wieder zu bepflanzen, offenbart dabei ein bemerkenswert überholtes Bild vom Wald als Holzplantage. In erster Linie setzt man, wie meistens in der Vergangenheit der Forstwirtschaft, auf die Pflanzung „neuer“ Baumarten aus Übersee. Neben der „bereits etablierten eingeführten Baumart Douglasie“ (LWuH 2018) sollen künftig Weiß- und Küstentannen den Nadelholzanteil unserer Wälder sichern. In geringen Anteilen sollen weitere „ausgewählte eingeführte Baumarten aus anderen biogeographischen Regionen“ das Artenspektrum erweitern, wie Sitkafichte, Omorika, Tsuga, Thuja oder gar Seqoia. Damit fährt die Forstwirtschaft im Grunde ihre Strategie fort, nicht funktionierende Baumart A durch Baumart B zu ersetzen, die derzeit an anderen, wärmeren Erdteilen gutes Holzwachstum erzielen. Aus ökologischer Sicht ist die Einbürgerung nicht „heimischer“ Arten immer kritisch. Probleme mit Neophyten und –zoen gibt es bereits zuhauf und betreffen am ärgsten die naturnahesten Ökosysteme – in erster Linie die letzten Reste unserer natürlichen, standorttypischen Waldgesellschaften, die in NRW nur noch auf weniger als 8% der Waldfläche wachsen. Und die Fläche wird immer kleiner, da die Verjüngungen von Eichen- und Buchenwäldern seit Jahren massiv von Fichten und Douglasien erobert werden.    

Insgesamt gibt es etwa 35 Baumarten in Deutschland, die gemäß ihres ökologischen Potentials auf den verschiedenen Standorten vorkommen. Mit dem Klimawandel verschieben sich die Standortfaktoren auf den Flächen, was im Moment – nach zwei trockenen Sommern in Folge – besonders sichtbar ist. Die heimischen Pflanzenarten aber sterben, im Gegensatz zu den nicht einheimischen Fichten, nicht aus, sondern wandern zu ihren lebensraumtypischen Standorten. Was viel Zeit benötigt. Zeit, die man als Politiker oder Forstamtsleiter nicht hat (um die Erfolge noch in der Amtszeit auf sich zu verbuchen..). Und da man sich zudem mit der mächtigen Jagdlobby anlegen müsste, verfährt man stattdessen lieber weiter mit einem „business as usual“: es wird viel Geld für die Wiederaufforstung ausgeschüttet. Und der Wald muss in seinem Schicksal verharren. Die Änderung der Standortfaktoren bekommt ein intakter Wald problemlos in den Griff (Resilienz intakter Waldökosysteme). Eine andauernde Bepflanzung mit Exoten und die permanente Beweidung durch Schalenwild allerdings nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der alte Schwelmer Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) zeigt 2019 Symptome von Trockenstress.

Alle wollen den Wald retten – die Jäger könn(t)en es!

Im Gegensatz zu den Kyrillflächen, auf denen die Bäume abgebrochen oder –geknickt „kreuz und quer“ auf der Fläche lagen, stehen die aktuell abgestorbenen Fichtenbestände noch. Im öffentlichen Wald sollte daher so viel Holz wie möglich auf den Flächen belassen werden, soweit die Verkehrssicherungspflicht dies zulässt (z.B. abseits von Wegen und Straßen). Auf jeden Fall sämtliches Holz, dass keine Gefahr mehr darstellt. Wegenahes Holz, das ohne Befahren der Flächen aufgearbeitet und abgefahren werden kann, könnte genutzt werden. Im Restbestand wird ein Teil der Fichten so gefällt, das natürliche Verhaue entstehen, in den die Naturverjüngung vor Verbiss geschützt ist, in denen aber auch gezielt Zielbaumarten – auf reinen Fichten-Kalamitätsflächen auch Douglasien und Weißtannen - gepflanzt werden könnten. Gleichzeitig müssen die Reh- und Hirschbestände in den Revieren so intensiv bejagt werden, dass alle Baumarten, die sich verjüngen wollen, auch verjüngen können! In den meisten Revieren muss daher eine Umstellung von konventioneller Jagd zu einer zielgerichteten, waldorientierten Jagd stattfinden. Dies wird nicht erreicht, indem man dem bisherigen Jagdpächter anträgt, künftig ein paar Rehe mehr zu schießen. Diejenigen Reviere, in denen wegen der konsequenten Jagd der Vergangenheit die artenreiche Wälder wachsen, haben ihren Jagdbetrieb rigoros umgestellt. Die Bejagung muss endlich die absolute Priorität im Rahmen des ökologischen Waldumbaus erhalten. Merkmale eines waldorientierten Jagdbetriebs sind u.a. eine professionelle Jagdleitung, ein engagiertes, örtliches Jagdteam mit Hunden und geringe/ keine Jagderlöse. Vorbildliche „Best practise“- Beispiele hierfür gibt es mittlerweile, z.B. im „Netzwerk Vorbildliche Rehwildreviere NRW“ oder die ANW- Beispielbetriebe. Man weiß also längst, wie es funktioniert. Es muss nur gemacht werden.

Anregungen für die Forst- und Jagdpolitik

  • Der Wald braucht keine Millionen neuer Forstpflanzen! Lediglich für die Holzwirtschaft Douglasien und Weisstannen auf jetzigen Kalamitätsflächen in Mischung mit heimischem Laubholz etablieren.
  • Keine Subventionierung von Forstpflanzen, die alsbald aufgefressen würden!
  • Subventionen nur dort, wo die Investition Sinn macht, d.h. nur dort, wo geringer Verbissdruck nachgewiesen wurde! Ansonsten muss der Eigentümer auf eigene Kosten Schutzzäune um geförderte Anpflanzungen errichten!
  • Der Wald braucht insgesamt mehr und einen höheren Anteil ökologisch denkender und handelnder Förster! Ein Revier naturnah zu bewirtschaften beinhaltet einen arbeits- und zeitintensiven Jagdbetrieb. Ein Förster, der seinen Dauerwald optimal betreuen, d.h. dauernd pflegen, ernten und bejagen soll, kann das in einem Revier von 500ha bis maximal 1000ha Größe.
  • "Experimente" mit fremden Nadelholzarten sollten nur auf ehemaligen Fichtenmonokultur- Flächen gemacht werden. Aus ökologischen Gründen jedoch nicht in noch bestehenden, naturnahen Laubmischwäldern.
  • Anstatt flächendeckende Aufforstung zu subventionieren, sollte mit den eingesparten Millionen endlich eine professionelle Jagd (Wildmanagement) gefördert werden: Drückjagdstände, Hunde- Schutzwesten, Simulations- Schießkinos etc.!
  • Fichtenholz im Wald belassen! Die sehr geringen Einnahmen aus der Vermarktung wiegen die positiven Effekte der Belassung der Bäume im Wald nicht auf: Humus-/ Bodenbildung, Beschattung, Mikroklima, natürliche „Schutzgatter“ gegen Verbiss und damit „Starthilfe“ für Naturverjüngung!
  • Neuausrichtung des Wildschadenersatzverfahrens im Rahmen des Waldbaukonzeptes (insb. Anpassung der „geeigneten Holzarten“ §33LJG-NRW mit den im Waldbaukonzept propagierten Arten.
  • Modifizierung des Verbissgutachtens des LWuH: die Entmischung als zentrales ökologisches Problem muss verbindlich festgestellt werden! 
  • Erarbeitung eines Landes-Jagdkonzeptes durch Fachleute (analog zu Biodiversitätsstrategien, Waldbaukonzepten) zur zwingend notwendigen Anpassung der Jagd an die erheblich gestiegenen Anforderungen an die Jäger/innen.
  • Anpassung der Jungjägerausbildung: die effektive Schalenwildregulierung muss zentraler Ausbildungsschwerpunkt werden - nicht mehr Wildbewirtschaftung, Trophäenjagd und Hege des Schalenwilds. 

 

 

 

Neue Wälder gibt es nur mit entsprechender Jagd!

Trockenheit und Borkenkäfer haben 2018/2019 das viertgrößte "Schadereignis der deutschen Fostwirtschaft" innerhalb der letzten 30 Jahre verursacht. Der Klimawandel ist längst im deutschen Wald angekommen und macht flexible Anpassungsstrategien für den Wald der (warmen) Zukunft unumgänglich. NRW hat im Dezember ein Waldbaukonzept veröffentlicht, das den Eigentümern Strategien im Waldbau aufzeigt. Die Waldbesitzer sind dabei zwingend abhängig von funktionierender Naturverjüngung im Wald! Und zwar nicht nur einzelner, vom Schalenwild weitgehend verschmähter Arten wie Buche und Fichte. Sondern von allen Pflanzenarten der potentiell natürlichen Vegetation. Stabiler (und kostengünstiger) kann ein Wald nicht gegründet werden! In den Revieren des "Netzwerks Vorbildliche Rehwildreviere" kann man begutachten, wie sich ein entsprechend angepasster Jagdbetrieb positiv auf die Waldverjüngung auswirkt und artenreiche, "klimastabile" Wälder entstehen.

Grundvoraussetzung für das Aufwachsen aller Pflanzenarten ist ein angepasster Reh- und Hirschbestand. "Eine angepasste Jagdausübung sichert den Erhalt der Wälder und fördert strukturreiche, sich natürlich verjüngende Waldökosysteme. Angesichts der abzusehenden Trockenschäden gerade an Kulturen ist das Gelingen der Wiederaufforstung besonders wichtig." (Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 6.5.19)

Eigentümer, die die Bedürfnisse unserer in die Knie gezwungenen Wälder ignorieren und weiterhin die einseitigen Interessen einzelner Jäger (schnelles Geld aus hohen Pachteinnahmen!) bedienen, handeln höchst fahrlässig! Der Kommunal- und Staatswald ist gefordert, so rasch wie möglich konsequent zu handeln und unsere Wälder endlich entsprechend bejagen zu lassen! 

 

Informieren Sie sich auf diesen Webseiten. Beratung und Unterstützung finden Sie bei uns (Kontakt) oder den Mitgliedern des Netzwerks.

 

Der Wolf in NRW

In NRW häufen sich die Nachweise von einzelnen Wölfen in diesem Jahr deutlich. Am 3. Juli 2019 hat NRW das dritte Wolfsgebiet "Eifel - Hohes Venn" ausgewiesen. Einen stets aktuellen Überblick gibt das LANUV in Recklinghausen:

Das "Zeitalter des Schalenwilds"

Mit dem Rückgang des Niederwilds in den Feldrevieren in den 1980-er Jahren setzte zeitgleich eine stete Zunahme von Rehen und Wildschweinen, später auch von Hirschen ein. Spätestens seit der Jahrtausendwende kann wohl vom "Zeitalter des Schalenwilds" gesprochen werden. Obwohl der Druck auf Landschaft und Wälder nie größer war (Verkehr, Erholung), kommt in den Wäldern mehr Schalenwild vor als jemals zuvor! Und Wildschweine erobern weitere, auch waldarme Areale, in denen sie dauerhaft siedeln. Daraus ergeben sich zwangsläufig Konflikte: Tierseuchengefahr, erhöhtes Wildunfallrisiko und zunehmende Wildschäden in Wald und Flur.

Während die Niederwildjagd eine "Kann-Jagd" ist (wenn die Niederwildbesätze des Revieres es hergeben, kann man auf der Treibjagd "ernten"), ist die Jagd auf Schalenwild ein "Muss"! In den letzten Jahren zeigte sich allerdings immer deutlicher, dass die Jagd, so wie sie traditionell ausgeübt wurde, den Anforderungen an eine wirksame Regulierung der Bestände nicht gerecht wurde. Revierbezogene "Hege", selektives Jagen und Trophäenorientierung führten dazu, dass die Jagd im rein kompensatorsichen Bereich stattfand. Das heißt, es wurde andauernd weniger erlegt (plus sonstige Mortalität!) als jährlich "nachreproduziert" wurde. Die stetig anwachsenden Bestände sind der Beleg - die ausufernden Wildschäden die Folge.

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Jagd zeitgemäße, praxisnahe Lösungen findet, die teils sehr hohen Schalenwilddichten abzusenken.         

 

Kaum bejagtes Rehwild - Problem nicht nur für den Verkehr...

Landwirtschaft und Artenvielfalt

Mit den Bauern verschwinden auch die Tiere der Feldflur

Seit drei Jahrzehnten schaut "die Gesellschaft" dem "Höfesterben" in der Landwirtschaft zu. Die Menschen auf dem Land schauen fassungslos zu, wie die bäuerliche Kulturlandschaft verschwindet. Und die Jäger schauen machtlos zu, wie das Rebhuhn, die Charakterart der bäuerlichen Kulturlandschaft, nach und nach ausstirbt.

Und mit ihm - von den meisten unbemerkt - zahlreiche andere Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten. Die einst artenreiche Lebensgemeinschaft der Feldflur ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Ohne "Wildkräuter" und "Pflanzenvielfalt" sterben die Tierarten aus. Wann haben Sie zuletzt einen Schmetterlng über ein Weizen- oder Maisfeld fliegen sehen?

Dieses Rebhuhn sitzt in intensiv genutzter Mähwiese und sucht seinen ausgemähten "Anhang". Es ist eines der letzten Rebhühner in einer Region im Münsterland, in der es  vor dreizehn Jahren noch zahlreiche Rebhühner gab.   

Die Jäger/innen in den Niederwildregionen sind heute mehr denn je als als "Heger" gefordert - wobei der Erhalt der Rest-Lebensräume und die Schaffung neuer Lebensräume die zentrale Aufgabe beim Erhalt der Lebensgemeinschaft Feldflur ist. Einseitige Fokussierung auf wenige Wildarten (Fasan!) und die bloße "Bekämpfung" der Konkurrenz ist nicht mehr zeitgemäß und hilft nicht weiter. Der Rückgang der Hasen- und Fasanenstrecken ist kaum noch durch verstärkte Raubwildbejagung zu kompensieren. Viele Jäger und Landwirte setzen sich daher für den Erhalt der Lebensräume ein. Doch gegen die politisch gewollte Industriealsierung der Landwirtschaft ist offenbar und sprichwörtlich kein Kraut gewachsen (s. weitere Glyphosat- Verwendung..).  

Ohne eine grundsätzliche Änderung hin zu einer naturverträglichen Landwirtschaft wird das Artensterben in der Agrarlandschaft ungebremst fortgeführt.

 

Die Probleme sind seit 30 Jahren bekannt.

 

Am 6.5.2019 hat der UN-Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES auf die dramatische Situation aufmerksam gemacht. Ob sich dieser bei der Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik auswirkt - oder diese doch wieder von der Agrarindustrielobby diktiert wird?

 

Themen: Landwirtschaft und Umweltschutz, Niederwild und Landwirtschaft

 


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